Jürgen Preuß: „Ich möchte da stehen, wo die Menschen sind“

„Unser Land ist wirtschaftlich erfolgreich, aber der Erfolg kommt nicht bei jedem in unserer Gesellschaft an. Die Menschen spüren eine soziale Unsicherheit und wünschen von der Politik Antworten für eine gute Arbeit, gerechte Wirtschaft und freie Gesellschaft. Um diese Antworten geht es heute“, begrüßte Jan Scholte-Reh, SPD-Vorsitzender in Hünxe, die Gäste im Bruckhausener TVB-Treff. Dorthin haben die Sozialdemokraten zum Talk mit ihrem Bundestagskandidaten Jürgen Preuß eingeladen.

Unter dem Motto „Jürgen Preuß, ist das gerecht?“ ging es in der Diskussionsveranstaltung um die zentralen Ziele, für die sich SPD-Bundestagskandidat Jürgen Preuß einsetzt. Moderiert wurde der Abend von Benedikt Lechtenberg, dem Kreisvorsitzenden der Jusos. Die Fragen der Bürgerinnen und Bürger standen dabei im Fokus, die teilweise auch online und per Post eingereicht wurden. „Nach 45 Jahren Arbeit sollte man seine Rente nicht aufstocken müssen, um gut leben zu können. Arbeit muss sich wieder lohnen“, äußerte sich einer der Gäste. „Deswegen wollen wir eine Mindestrente, die ein würdevolles Leben im Alter ermöglicht. Wer lange Zeit gearbeitet hat, darf nicht unter das Niveau der Grundversorgung fallen“, erklärte Preuß. Eine gute Rentenpolitik hieße außerdem, die Menschen nicht bis zum 70. Lebensjahr arbeiten zu lassen, weshalb sich Preuß gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters einsetze.

Beim Thema Arbeit erreichte eine online gestellte Frage zu den befristeten Beschäftigungsverhältnissen den Kandidaten. „Ich möchte die sachgrundlose Befristung abschaffen. Viele Menschen hangeln sich von einem Arbeitsvertrag zum nächsten. Einer Kollegin von mir erging es ähnlich. Erst kurz vor Vertragsende kam die Verlängerung. Das erschwert enorm die Lebensplanung, erst recht, wenn man vorhat, eine Familie zu gründen und unklar ist, ob man weiterhin sein Geld verdient oder auf Jobsuche gehen muss“, so Preuß.

Außerdem ging es in der Runde um Bildung: Viele Teilnehmer berichteten von den ungerechten KITA-Beiträgen, die teils von Kommune zu Kommune unterschiedlich seien. Auch der Umzug in ein anderes Bundesland erschwere oft die Schullaufbahn der Kinder, da es keine einheitlichen Standards gäbe. „Das darf nicht zum Nachteil für unsere Kinder werden“, forderte ein Vater in der Diskussionsrunde. „Wir stehen für eine kostenlose Bildung – von der KITA bis zum Master und Meister. Wenn weder Herkunft noch Geldbeutel den Lebensweg unserer Kinder im Wege stehen, ist das sozial gerecht. Dafür müssen auch unsere Schulen modernisiert werden und zwar bundesweit. Deshalb beenden wir das Kooperationsverbot, damit der Bund direkt Geld in die Schulen investieren kann und nicht 16 Länder 16 verschiedene Standards haben“, stellte Preuß in der Diskussion klar.

Nach fast zweistündigem Talk bedankte sich Jürgen Preuß für die Gespräche auf Augenhöhe. „Ich möchte da stehen, wo die Menschen sind. Es ist Zeit für eine soziale Politik. Ich möchte diesen Wahlkreis zurückholen, den sich die CDU ausgeliehen hat. Wir haben ein starkes Programm und ich will mich für die Belange der Gemeinde Hünxe und des Kreises Wesel in Berlin einsetzen.“ Schließlich klang der Abend noch bei Currywurst und Schnitzel in gemütlicher Gastlichkeit des TVB-Treffs mit dem Bundestagskandidaten aus und es wurde weiter diskutiert.