ASF aktuell

Referat der ASF: Die Reichen werden immer reicher – die Staaten immer ärmer!

Das derzeitige Rezept heißt: Die Staaten müssen sparen – wie lange denn? Bis sie kaputt sind? Die andere Möglichkeit wird nicht einmal gedacht: Steuern rauf – nicht die Mehrwertsteuer, sondern Vermögenssteuer wieder einführen, Erbschaftssteuer und die Steuern auf Kapitalerträge erhöhen! Damit Schluss ist mit der Umverteilung von unten und der Mitte nach oben. Und damit wir alle genug Lehrer, Polizisten, Erzieherinnen, … haben. Das Referat bei der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in der SPD Hünxe lautet: „Die Finanzkrise und die Oberschicht“ findet statt am Dienstag 4. September ab 20:00 Uhr in der Gaststätte Dames in Hünxe, Dorstener Straße. Weibliche Gäste willkommen.


Zwanzig Jahre aktiv im ASF-Vorstand Hünxe

Renate Salomon (links) und Marion Hülser (rechts)

Renate Salomon (links) und Marion Hülser (rechts)

Seit 20 Jahren mit viel Engagement und Freude im Vorstand der ASF sind Renate Salomon (derzeit Beisitzerin) und Marion Hülser als aktive Vorsitzende. Im nachfolgenden Interview mit Corinna Herrmann erklärt sie ihre politische Arbeit in dieser Zeit.

Corinna Herrmann: Wie haben Sie damals angefangen?

Marion Hülser: Seit Jahren war ich in der SPD, bin aber erst richtig aktiv geworden, als Bush senior seinen Krieg gegen den Irak begann und die Menschen dort bombadieren ließ – entsetzlich und empörend! Gleichzeitig war mir klar, dass man politisch nur etwas erreicht, wenn man in der SPD auch aktiv ist. Die Hünxer SPD Frauen haben mich dann zu ihrer Vorsitzenden gewählt. Und das bin ich bis heute.

Corinna Herrmann: Woher kommt ihr Engagement?

Marion Hülser: Ohne dass meine Eltern selbst Mitglied der SPD gewesen wären, so galten doch unausgesprochen sozialdemokratische Grundwerte. Gerechtigkeit ist ein wesentlicher! Als meine jetzt erwachsenen Kinder die Ernst Barlach Gesamtschule besuchten, war ich als Mutter dort engagiert – Chancengleichheit und Förderung des ganzen Menschen als Bildungsziele haben mich begeistert. Das war eine spannende und anregende Zeit, in der ich noch viel gelernt habe. Als Bush dann den Irak-Krieg begann, war ich ernüchtert. Elternarbeit allein reicht nicht aus – Frieden ist die Grundlage für alles.

Corinna Herrmann: Was können Sie dafür tun?

Marion Hülser: Basisarbeit, Gespräche, Leserbriefe, Anträge in der Partei, im Ort, aber auch auf höheren politischen Ebenen, Briefe an Diplomaten, Parteivorsitzende, usw. Das alles sind immer nur kleine Schritte. Aber es ist nicht Nichts! Das kann man tun – deshalb muss man es auch tun!

Corinna Herrmann: Welche Themen waren Ihnen besonders wichtig?

Marion Hülser: Erhalt des Asylrechts, Kriegsverhinderung, konkret: Keine deutsche Beteiligung an Kriegen, weder mit Waffen, Geld, noch Soldaten. Gegen den Afghanistaneinsatz hatten wir 7 Jahre lang unsere montägliche Mahnwache. Mit drei Bussen sind wir zur Demonstration nach Amsterdam gefahren. Im Dezember erinnern wir wieder daran. Wir wollen: Schluss mit dem Krieg! Schließung des Foltergefängnisses Guantanamo! Wir stehen für die zivilisatorischen Errungenschaften des Rechts!

Corinna Herrmann: Wünschen Sie sich Obama wieder?

Marion Hülser: Bei der Auswahl? Ein klares Ja.

Corinna Herrmann: Kann man bei den vielen Krisen seine Ideale beibehalten?

Marion Hülser: Die Utopie bleibt fest im Blick! Das Ziel ist: Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Wohlstand für alle auf Erden. Und im Kleinen fangen wir damit an: Der Bürgersteig muss abgesenkt werden, damit der Rollatorfahrer die Straßenseite wechseln kann. Oder: Kostenfreies und gesundes Schulessen für alle Kinder. Wenn Sie mich lassen, zähle ich noch hundert Beispiele auf.

Corinna Herrmann: Die AsF gilt auch als Sympathieträger. Wie?

Marion Hülser: Am Weltfrauentag verteilen wir Blumen. Zum 8. Mai, dem Ende des 2. Weltkrieges, haben wir einen Infostand auf dem Hünxer Markt. Wir besuchen Seniorennachmittage mit selbstgebackenem Kuchen und verteilen im Herbst rote Äpfel. Jedes Halbjahr hat einen Höhepunkt: den Hünxer Lyrik- und Prosaabend, auf den ich mich schon wieder freue.

Corinna Herrmann: Wie werden Ihre Aktionen von den Bürgern wahrgenommen?

Marion Hülser: Einige haben uns schon mal belächelt – wenn wir bei 40 Grad Hitze oder im strömenden Regen an der Mahnwache gestanden haben. Aber wir hören auch, dass viele unsere Hartnäckigkeit bewundern und gut finden, dass man von den Hünxer SPD Frauen nicht nur etwas hört, wenn Wahlen anstehen, sondern regelmäßig.

Corinna Herrmann: Glauben Sie, dass Sie die Welt verändern?

Marion Hülser: Ja klar! Wir alle zusammen. Mit ungeheurem persönlichen Einsatz – und nur ein kleines Bisschen! Aber Demokratie gibt es nicht geschenkt. Was wir uns wünschen, fällt nicht einfach vom Himmel. Mit diesem guten Team bei den Hünxer SPD Frauen hat es sich bisher auf jeden Fall gelohnt.