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24. November 2021

SPD im Kreistag: Impfnotstand im Kreis Wesel ist hausgemacht

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SPD-Kreistagsfraktion Wesel forderte Landrat Brohl bereits im September auf, sich auf Landesebene für den Erhalt der Impfzentren einzusetzen

„Diese erneute Not, Impfwillige nicht zeitnah impfen zu können, ist unerträglich und war dennoch bereits vor der Schließung unserer Impfzentren abzusehen“, resümiert die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion im Kreis Wesel, Dörthe Krüger. Die ehemalige Krankenschwester leitet selber eine Pflegeeinrichtung in Moers und weiß daher, wovon sie spricht.

„Als die Schließungen der Impfzentren durch Verfügung der NRW-Landesregierung bekannt wurden, hat die SPD-Kreistagsfraktion die beiden rechts- und linksrheinischen Impfzentren besucht. Wir haben uns über deren Arbeit informiert und uns bei allen für den großartigen und engagierten Einsatz bedankt“, berichtet Krüger weiter. Das Unverständnis der Mitarbeitenden vor Ort über die Schließungen sei groß gewesen. Allesamt hätten sie, nach eigenem Bekunden, gerne weitergemacht, denn sie waren im Laufe der Impfkampagne zu einem großartig funktionierenden Team zusammengewachsen, „das für den Kreis Wesel große Dienste geleistet hat!“, wie Krüger betont.

Auch Gabriele Gerber-Weichelt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion aus Moers, kritisiert noch heute scharf, dass Landrat Ingo Brohl sich nicht vehementer bei der Landesregierung für den Erhalt der Impfzentren eingesetzt hat. „Schon damals wurde über Auffrischungsimpfungen, vor allem für Ältere, konkret nachgedacht. Auch dass der Herbst, und mit ihm die Ansteckungszeit sowie der Rückzug in geschlossene Räume, nicht auf sich warten lassen würde, war im September hinreichend bekannt.

Aber nicht nur das zögerliche Verhalten des Landrats macht die SPD-Fraktion für die aktuelle Impf-Misere im Kreis Wesel verantwortlich. Auch das unverständliche „Hüh und Hott“ der CDU/FDP-geführten Landesregierung in Düsseldorf habe direkte negative Auswirkungen auf die Impfkampagne im Kreis Wesel. „Wenn NRW-Gesundheitsminister Laumann Anfang November, also nur zwei Monate nach der von der Landedesregierung geforderten Schließung der Impfzentren, gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung erklärt, er werde ’nun die Kreise und kreisfreien Städte auffordern, die Konzepte für flächendeckende Auffrischungsimpfungen zu aktivieren und damit neben den Arztpraxen zusätzliche Impfmöglichkeiten zu schaffen‘ (Zitat), so kann ich nur mit dem Kopf schütteln“, wundert sich SPD-Mann Heinrich Heselmann. Als Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, Bevölkerungs- und Verbraucherschutz sowie als stellvertretender Landrat im Kreis Wesel ‚versteht er die Welt nicht mehr.‘ „Die Impf-Infrastruktur, die wir im Frühjahr mit großer Anstrengung und viel Stress für alle Beteiligten aufgebaut haben, mussten wir im September wieder einstampfen – nur um sie knapp zwei Monate später ein weiteres Mal mühsam wieder hochzufahren.“

Für Jammern sei jedoch keine Zeit, findet Heselmann. Nun gelte es, gemeinsam mit dem Landrat und allen anderen demokratischen Fraktionen im Kreistag, „schnelle und kreative Lösungen“ zu finden, um allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich Erst-, Zweit-, oder Drittimpfen lassen möchten, möglichst zeitnah ein Impfangebot machen zu können.

Dörthe Krüger, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion im Kreis Wesel
Dörthe Krüger, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion im Kreis Wesel
Gabriele Gerber-Weichelt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Gabriele Gerber-Weichelt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Heinrich Heselmann (SPD), stellv. Landrat
Heinrich Heselmann (SPD), stellv. Landrat
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